Montag, 29. Mai 2017

Rezi - Wenn das Eis bricht von Camilla Grebe

Inhalt:
In der Wohnung des reichen Geschäftsmanns Jesper Orre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – auf brutale Art ermordet. Von ihm fehlt jede Spur. Vor zehn Jahren gab es einen ganz ähnlichen Fall – ungelöst. Hanne, die Kriminalpsychologin von damals, soll deshalb ermitteln. Sie muss in die Vergangenheit eintauchen, dabei verschwimmt gerade ihre Gegenwart – sie fürchtet, an beginnendem Alzheimer zu leiden. Ihre Existenz bekommt zunehmend Risse, und die beiden Fälle verbinden sich auf ungute Weise. Kann Hanne sich selbst und ihren Erinnerungen trauen? Ist sie auf der richtigen Spur? Wann bricht das Eis, und was kommt darunter zum Vorschein?

Informationen zum Buch:
Broschiert: 608 Seiten
Verlag: btb Verlag (10. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442757177
ISBN-13: 978-3442757176
Originaltitel: Alskaren Fran Huvudkontoret
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 5 x 20,5 cm

Meine Meinung:
Das Buch ist mir zum ersten Mal in der Buchhandlung aufgefallen. Ich hatte hin und her überlegt, ob ich es in mein Regal wandern lassen soll oder nicht. Weil es dann jedoch einen Tag später vergriffen war, hatte ich es angefragt und es zur Rezension erhalten, was mich sehr gefreut hat. Vielen lieben Dank lieber btb Verlag!!
Leider hat´s dann etwas gedauert, bis ich damit habe beginnen können, aber die Wartezeit hat sich definitiv gelohnt! Schnell wurde mir klar: Ich werde absolut süchtig. Das liegt hier zum einen am äußerst lesenswerten Schreibstil und zum anderen an den sehr gut ausgearbeiteten psychologischen Gegebenheiten. Da waren mir selbst die Morde und die eigentliche Arbeit der Polizisten relativ egal, denn mich hat hier das psychologische Knowhow bereits auf Seite 1 abgeholt und nicht mehr los gelassen.
Jede der Figuren ist komplex ausgearbeitet und kaum wirklich blass gehalten. Was hierbei auch unglaublich hilfreich ist, ist die Tatsache, dass die Story selbst aus drei verschiedenen Blickwinkeln verfasst ist. Allerdings möchte ich hierzu nicht ganz so viel sagen, denn ich würde euch da wahrscheinlich sogar stecken, wer hier die Morde begangen hat und das möchte ich ja nicht.
Aber dennoch waren mir die Protagonisten unglaublich sympathisch, obwohl ich die ein oder andere auch gern mal mit einer Keule nachts durch den dunklen Wald gejagt hätte. Manchmal haben sie mich einfach dezent auf die Palme gejagt.
Dennoch muss ich sagen, dass hier einige Längen dem Buch regelrecht geschadet haben, denn die haben mich dann in meinem bereits entstandenen Lesefluss stark gebremst, weswegen ich doch länger für das Buch gebraucht habe als ich es geplant hatte. So hat das Buch, obwohl es so gut gestartet ist, dann doch einige Punkte eingebüßt, die auch das (zumindest für mich) unerwartete Ende nicht mehr hatten herausholen können.
Aus diesem Grund entscheide ich mich hier, ganze 8 Rosenblätter fallen zu lassen.
Es lohnt sich dennoch sehr gelesen zu werden, allein schon, wenn man sich für das Fach Psychologie und eine sehr poetische Sprache interessiert.

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