Sonntag, 18. Dezember 2016

Rezi - Ein Märchen im Winter von Kate Lord Brown

Inhalt:
Seit dem Tod ihres Mannes und der Pfändung ihres Hauses steht Grace vor einem Scherbenhaufen. Bis ihr eines Tages der exzentrische ältere Schriftsteller Fraser Stratton einen Job als Assistentin anbietet. Die junge Frau bezieht für den Winter ein Cottage auf Frasers Anwesen, das von seinem sympathischen Patensohn Jack verwaltet wird. Als ihr eine antike Brosche in die Hände fällt, ahnt Grace noch nicht, dass sie auf ein lang gehütetes Geheimnis gestoßen ist, das die Strattons mit ihrer eigenen Familie verbindet und ihr Leben völlig verändern wird …

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (2. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492302025
ISBN-13: 978-3492302029
Originaltitel: The Christmas We Met
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 3,3 x 18,7 cm

Meine Meinung:
Als ich dieses Buch entdeckt habe, war ich mir ganz sicher: „Das musste in mein Regal!“
Auch der Prolog hat sich so gut gestaltet, dass ich unbedingt mehr wissen wollte. Mehr von dem Buch brauchte, sodass ich es nicht erwarten konnte weiter zu lesen. Jedoch wurde der Verlauf der Story sehr schnell wirklich unheimlich zäh, was mich gezwungenermaßen in meinem Lesefluss total ausgebremst hat, denn zum einen war es äußerst schwierig der Geschichte zu folgen, da hier sehr viele Personen Erwähnung finden und teilweise auch die Schreibweise so sehr verwirrt, dass man nicht mehr weiß, welche der Personen denn gerade durch die Handlung führt. Zum anderen gibt es recht viele Handlungsstränge, die mich als Leser sehr gestört haben, ergaben diese doch eine äußerst abstrakte Version.
Zudem empfand ich es auch nicht gerade als förderlich für die Entwicklung der Protagonisten. Von Anfang an waren diese enorm blass dargestellt, sodass ich mich sehr schwer damit tat, einen von ihnen ins Herz zu schließen. Die Autorin schien hier sehr damit bemüht zu sein, den Nebel der erzählenden Perspektive beibehalten zu wollen, sodass mir als Leser sozusagen das notwendige Licht fehlte um auch nur eine Hand breit sehen zu können. So hab ich mich eher sehr verloren gefühlt, als ob ich mich ohne eigenes Zutun in der Geschichte verirrt hatte. So als wäre ich nie wirklich ein Teil davon.
Dabei hat Grace wirklich Potential. Stellenweise kam sie mir als wirklich starke Frau vor, die bereit ist, ihren Weg zu gehen und diesen auch mit allem zu meistern was sich ihr in den Weg zu stellen wagt. Nur waren meiner Meinung nach diese Stellen viel zu selten, sodass ich eher enttäuscht zurück geblieben bin.
Auch Jack blieb sehr dezent und einseitig, sodass ich mir kein wirkliches Bild von ihm machen konnte, auch wenn er augenscheinlich als Ritter in schimmernder Rüstung dargestellt sein sollte. Nur hat sich dies für mich nicht herauskristallisiert (hihi, Wortspiel). Was jedoch sehr groß ausgeschlachtet worden ist, war das Edelstein-Thema, beginnend mit einer Brosche deren Verbindung man als Leser zusammen mit Grace zu suchen scheint. Klar man erfährt viel über das Wirken eines Goldschmiedes und das Entstehen von Ringen, Ketten und Schleifen von Edelsteinen, aber oft empfand ich dies als Ablenkung von der eigentlichen Hauptstory. Für mich wirkte es des Öfteren so, als hätte sich die Autorin viel zu schnell in Kleinigkeiten verloren und der Hauptstory nur recht kurze Einblicke gewährt.
Dabei ist ihr Stil außerordentlich gelungen, denn durch die vielen und vor allem recht detaillierten Beschreibungen schafft sie wirklich schöne und originalgetreue Bilder in den Köpfen ihrer Leser. Wobei hier auch zeitlich gesehen sehr viel mit der heutigen Zeit durcheinander gerät, denn einiges was hier Erwähnung findet, mutet sich dann doch wieder an, als hätte die Autorin einen Spagat zwischen 2015 und 1900 und ein bisschen versucht, was so nie und nimmer wirklich hingehauen hätte. Einzig einen sehr großen Pluspunkt hat sie für das „Café hinter den Spiegeln“ bekommen, denn das möchte ich wirklich gern einmal von innen sehen können.
So gesehen habe ich dieses Buch zwar eigentlich genossen, aber dennoch blieb kaum was davon in meinem Gedächtnis haften, sodass ich jetzt hin und hergerissen für die eigentliche Bewertung bin. Eine gefühlte Ewigkeit hab ich überlegt was hier wohl am angemessensten wäre und bin zu dem Schluss gekommen das es genügt hierfür 4 Rosenblätter fallen zu lassen.

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