Montag, 28. November 2016

Rezi - Das Geheimnis der Mittsommer-Nacht von Christine Kabus

Inhalt:
Zwei Familien im Schatten eines dunklen Geheimnisses -
Norwegen, 1895. Im Bergbaustädtchen Røros begegnen sich zwei junge Frauen, deren Schicksal kaum unterschiedlicher sein könnte. Die Deutsche Clara ist ihrem Ehemann in dessen Heimatstadt gefolgt, wo sich dieser endlich mit seinen Eltern aussöhnen will. Doch die Ordals begegnen Clara und ihrem kleinen Sohn Paul mit unverhohlener Ablehnung. Als wenig später ein furchtbares Unglück geschieht, ist Clara plötzlich auf sich allein gestellt. Unerwartete Hilfe erfährt sie ausgerechnet durch Sofie, die Tochter des mächtigen Bergwerksbesitzers, dem die Ordals schon lange ein Dorn im Auge sind. Sofie empfindet ihr behütetes Dasein als goldenen Käfig und bewundert es, wie Clara ihr Leben meistert. Während Clara und Sofie zu Freundinnen werden, kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das ihre Familien seit Jahrzehnten überschattet -
Große Gefühle vor atmosphärischer Kulisse - ein opulent erzählter Roman voller bewegender Einblicke in eine der spannendsten Epochen der norwegischen Geschichte

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 656 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (9. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404174038
ISBN-13: 978-3404174034
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 4,2 x 18,5 cm

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich durch eine Aktion der Autorin selbst zur Rezension erhalten und mich unheimlich darüber gefreut. Vielen lieben Dank an Christine Kabus für diese wundervolle Möglichkeit.
Schon als ich das Cover gesehen habe, war ich verliebt, denn es strahlt eine besondere Aura aus, bei der ich mich sofort heimisch gefühlt habe. Es ist, als ruft es einen zu sich. Genau das hat auch der Inhalt getan. Bereits ab der ersten Seite war ich angekommen, weil Christine es geschafft hat, ihren Zauber von Beginn an in dieses Buch zu verflechten. Clara selbst empfinde ich als eine unglaublich starke Frau, die nichts von ihren Kämpfen abbringen kann, auch wenn sie ab und an wirklich ein wenig überängstlich herüberkommt. Dennoch hat mir ihre Kraft imponiert und teilweise auch selbst Kraft gegeben das ein oder andere zu überstehen.
Auch die junge Sofie ist eine solche Frau, steht sie doch gerade am Anfang ihres Weges, von dem der Leser erst mitten im Buch mitbekommt, wie sich dieser auf ihr Leben auswirkt. Sie ist unheimlich stark und dennoch beeinflusst von einer Gesellschaft, in der Rang und Namen den Ton angeben. Vor allem das Geld jedoch trägt seinen größten Teil dazu bei, eine nahezu unüberwindbare Kluft zwischen der Arbeiterklasse und den gut betuchten Familien zu bilden.
So gesehen nicht wirklich ein ziemlich großer Unterschied zur heutigen Zeit. Doch so verschieden es anmuten mag, so gleich sind sich die beiden Familien um die es geht, denn nicht nur Ereignisse wie plötzliche Todesfälle finden sich zu beiden Seiten, sondern ein dunkles Geheimnis, dass untrennbar mit beiden Familien verbunden ist.
Worum es sich bei diesem Geheimnis handelt? Das müsst ihr schon selbst lesen. Aber ich kann euch verraten, dass es sich unheimlich zu lesen lohnt, denn dieses Buch ist nicht nur überaus gut recherchiert, sondern auch noch angenehm zu lesen. Zugegeben, einige Stellen muten recht langatmig an, was jedoch die Passagen, in denen (endlich) Informationen zur Lösung dieses Geheimnisses folgen, allemal aufwiegeln können. Besonders gut gemacht empfand ich auch die vielen kleineren Erklärungen, die es auch einem Leien leicht verständlich machen z.B. der Politik des Buches zu folgen. Auch die Verbindung mit dem Bergbau hat mir gefallen, wohne ich doch in einer Gegend, in der es von Zechen nur so wimmelt. Da ich mich bisher noch nicht sonderlich damit beschäftigt hatte, hatte ich dementsprechend wenig Ahnung wie der Verlauf der Arbeit unter Tage so ist, dieses Buch aber, vermittelt dies sehr gut. Selbst die wirklich anstrengenden Bedingungen der Minenarbeiter haben mir schier das Herz gebrochen, weswegen ich die Beweggründe, für deren Arbeitsrechte zu kämpfen, mehr als nur verstanden habe. Ich hätte nicht anders gehandelt, wie ich zugeben muss.
Aber bevor ich hier noch weiter schwärme oder euch spoilere, will ich mal lieber schnell zur Bewertung kommen. Gut, so ganz sicher war ich mir nicht, wie ich bewerten soll. Immerhin hat es mich wirklich sehr in einen inneren Zwiespalt gebracht und mich auch sehr zum Nachdenken angeregt. Andererseits gab es Passagen, wo ich es am liebsten beiseitegelegt hätte, eben weil sie sich so langwierig gestaltet haben. Dennoch konnte und wollte ich nicht aufgeben, denn die Geschichte an sich war wirklich außerordentlich gut gelungen und hat zugleich einen schönen Eindruck Norwegens hinterlassen. Deswegen entscheide ich mich dafür, ganze 6 Rosenblätter regnen zu lassen.
Allerdings empfinde ich das Ende des Buches so, als sei die Geschichte noch lange nicht zuende erzählt….

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