Dienstag, 22. März 2016

Rezi - Der Teufel von New York von Lindsay Faye

Inhalt:
Im New York des Jahres 1845 läuft dem jungen Polizisten Timothy Wilde auf der Straße ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme. Es trägt ein blutdurchtränktes Nachthemd und will oder kann nicht sagen, wer es ist – und was ihm zugestoßen ist. Kurz darauf findet Timothy auf einem entlegenen Gelände 19 vergrabene Kinderleichen. Es ist ein heikler Fall für die gerade gegründete Polizei: In der Stadt kursieren die wildesten Gerüchte und die politische Situation ist zum Zerreißen angespannt.

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (23. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423216115
ISBN-13: 978-3423216111
Originaltitel: The Gods of Gotham
Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 3,2 x 19 cm

Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich gestoßen, weil ich Band 3 der Reihe unerwartet in der Post hatte. Dafür schon einmal einen herzlichen Dank an den dtv Verlag hierfür. Allerdings klang daraufhin Band 3 so spannend, dass ich unbedingt die Geschichte von Anfang an habe kennenlernen wollen.
So hab ich mich direkt in einem wirklich spannend geschriebenen Prolog wiedergefunden, der wahnsinnig große Lust auf mehr gemacht hat. Zudem haben mich die kleinen und perfekt gewählten Textabschnitte sehr neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte gemacht, denn sie gaben entweder Gegebenheiten aus der Geschichte wieder oder widmeten sich dem zitieren von damaligen New Yorker Zeitungen und deren Schlagzeilen. Es war somit alles perfekt aufeinander abgestimmt und schon allein deswegen habe ich das Buch zu lieben begonnen.
Natürlich ist das Cover auch ein enormer Blickfang, aber das könnt ihr auch ohne genauere Beschreibung erkennen denke ich.
Dann jedoch habe ich den Protagonisten Timothy Wilde kennenlernen dürfen. Was soll ich nur sagen? Ich hab mich mehr oder weniger direkt in ihn verliebt. Anfangs war er ein Barkeeper, ein sehr glücklicher obendrein, und verliebt in Miss Mercy Underhill. Was allerdings durch ein großes Feuer so ziemlich ruiniert wurde.
Danach verliert Timothy seine Stelle, da es die Bar ja nicht mehr gibt, und damit auch seinen eigentlichen Traum. Außerdem lässt der Brand spuren zurück, die sich in seiner Seele tief eingraben und sich auch auf seinem Gesicht spiegeln.
So, wie ihm sein überheblicher und zugleich dämlich kluger großer Bruder Valentine Wilde weißmacht, wird er allerdings nie wieder eine Anstellung in einer Bar finden können. Recht hatte Val damit zwar, aber ich mag ihn aufgrund seiner Art wirklich gar nicht, was sicherlich auch auf den Widerwillen vom Timothy selbst zurückzuführen ist, denn durch ihn wird er Polizist im sechsten Bezirk.
Die Autorin hat dabei ihren Handlungsort wirklich unheimlich gut und spannend gewählt, denn sie siedelt ihre Geschichte zu einer Zeit an, in der in New York wirklich Ordnung geschafft werden muss. Verbrechen und Korruption erreichten ihren Höhepunkt und Sicherheit war trügerisch, vor allem, weil immer mehr Iren ihr Glück in New York suchten und ‚ihren‘ Gott mitbrachten. Natürlich gab es direkt protestantische Gegner für die einfallenden Katholiken und schnell wurden Einwanderer zu einem noch niederen Gesellschaftsstatus gedrängt, als die Sklaven.
Sicherlich kann man sich vorstellen wie explosiv die Stimmung war, dann auch noch einen Mordfall hineinzusetzen, der diese Stimmung noch einheizt, ist nahezu unmöglich. Aber die Autorin hat es mehr als nur gut gemeistert. Sie vereint einen angenehmen Schreibstil mit dem nachempfundenen damaligen Sprachgebrauch zu einem besonderen historischen Roman mit kriminalistischem Hintergrund.
Figuren wie Timothy Wilde runden das Ganze zu etwas wirklich Besonderem ab, denn ich habe jede Sekunde des Lesens absolut genossen. Vor allem die Verwendung des Gaunerdialektes ‚Flash‘ macht die Geschichte sehr authentisch, wie ich finde.
Ihr seht also, ich habe einen wahren Schatz gefunden. Den müsst ihr unbedingt lesen, allein schon um Timothy und seine gesunde Portion Sarkasmus kennen zu lernen. So komme ich nicht umhin, hierfür volle 10 Stöberkisten zu vergeben und ein weiteres Highlight auf meine Jahreslist der Highlights zu setzen.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen