Montag, 9. November 2015

Blog-Tour "Halbmondschatten"


Hallo ihr Lieben, heute beginnt die Blog Tour zu „Halbmondschatten“ von Mia Mazur bei mir und ich darf euch dazu, passend zum Hauptthema des Buches, in die mittelalterliche Welt einführen.

Allerdings muss ich vorab direkt sagen:
Verabschiedet euch direkt mal von der romantisierten Vorstellung des Mittelalters, denn romantisch war es ganz und gar nicht.
Bekannt ist es als dunkelstes Kapitel aller Zeitalter, denn es war eine düstere Zeit geprägt von Macht, Politik, Kriegen, Angst und Seuchen/Krankheiten. Die Bevölkerung war in Klassen aufgeteilt, sodass von bettelarm bis stinkreich alles dabei war.

Ich möchte euch nun den Alltag im Mittelalter näherbringen und habe mir dazu die bekanntesten Oberkategorien der Bevölkerungsdichte des Mittelalters herausgesucht:
Burgleben, Klosterleben, Stadtleben, Ritterleben

Burgleben

Die Burgen waren der Kernpunkt der mittelalterlichen Gesellschaft und somit auch der Sitz des Adels. Dort lief alles sehr organisiert ab und zudem wurde es koordiniert wer was tat, es gab somit eine Rangfolge, die keiner infrage stellen durfte. Andernfalls hätten ihn schlimme Strafen erwartet. Der Hofstaat bediente die Edelleute, Ritter und/oder Jäger sorgten für das nötige Wild, Bauern mussten Teile ihrer Ernte an die Edelleute abgeben und es gab einen ganzen Staat von Handwerkern, die für anderweitige Annehmlichkeiten wie Kleidung und Gebäck sorgten. Zudem waren einige Burgen auch von einer Stadt umzogen, nicht alle, aber die meisten davon. Das erleichterte es einigen Handwerkern ungemein zu Reichtum zu gelangen.
Auch wenn es Edelleute waren, so war die Hygiene recht dürftig gesät. Es gab Aborte, die eine Art unsaubere Toilette darstellen und unter denen man lieber nicht drunter durchgehen sollte. Badezuber gab es zwar, doch das Wasser war allenfalls lauwarm, somit dürfte der Geruch nach Körperausdünstungen und teuren Duftwassern, die sich nur die wenigsten leisten konnten, sich zu einer unangenehmen Geruchskulisse verbunden haben. Allerdings wurde nicht allzu oft gebadet, evtl. ein oder zwei Mal pro Monat, sondern lieber der Geruch mit den Duftwässerchen überdeckt.
Und während die unteren Bevölkerungsschichten praktisch keine Freizeit hatten, sah es für die Oberschicht anders aus, viele hatten davon zu viel, sodass sie sich gern mit ihren Mätressen trafen oder Turniere abhielten, die als Belustigung dienen sollten, sowie auf die Jagd gingen und daraus ein wirklich großes Spektakel veranstalteten. Auch Falknerei war sehr beliebt, zeigte es doch, dass man das nötige Geld hatte um bei der Jagd mit einem Raubvogel auf dem Arm zu reiten und diesen den unterstehenden zu präsentieren, quasi um sie zugleich zu erinnern, auf welchem Platz sie standen.
Edeldamen jedoch durften sich nur mit züchtigen Dingen beschäftigen. So sind Sticken und das Beschäftigen von ihren Gatten fast die einzigen Sachen gewesen, die sie haben machen dürfen. Da brauchte man für andere Sachen schon einen gewissen Einfallsreichtum.
Aber die Burg diente auch dem Schutz der Bevölkerung, wodurch sie zum einen zu einem besonders gern gewählten Angriffsziel wurde, zum anderen jedoch auch als kriegerische Zentrale für Armee und Ritter wurde. Somit wurde auch für Belagerungen vorgesorgt und Brunnen erbaut, damit auch die Wasserversorgung bei einer Belagerung nicht abriss.

Klosterleben

Die Klöster waren hingegen das Zentrum des Klerus und hielten somit das Motto ‚bete und arbeite‘ (lateinisch: ora et labora) sehr hoch. Dies sollte besonders die junge Bevölkerung dazu animieren einzutreten und neben ihrem Seelenheil auch ihr Leben möglichst sicher zu gestalten. So hatte ein jeder einen streng geregelten Tagesablauf: 8 Stunden Arbeit und danach 8 Stunden Gebet. Dies sicherte zum einen das eigene Seelenheil und zum anderen das Seelenheil der eigenen Familie und war im Gegensatz zum weltlichen Leben ein wirklich krasser Gegensatz. Jeder im Kloster geht zudem einem Beruf nach, womit für alles, was benötigt worden ist auch gesorgt war.
Dennoch unterstanden Novizen einer Probezeit, in der sie sich fragen sollten, ob sie selbst dem ewigen Gelübde auch gewillt waren, denn einmal im Kloster gab es nur noch den Tod als Ausweg. Waren sie gewillt gelobten sie Abt/Äbtissin absoluten Gehorsam und gingen in ein Leben absoluter Enthaltsamkeit ein.
Auch für die Bildung waren Klöster zuständig und lehrten somit alles, was es in Gottes Sinnbild zu lernen gab. Dabei wurde die Bildung natürlich an niemanden verschwendet, somit lernten die Oberschichten wesentlich mehr als die Unterschichten, die nur das nötigste vermittelt bekamen.
Mönche und Nonnen jedoch wurden in allem Unterrichtet und nur wer eine schöne Handschrift vorwies, wurde dazu veranlasst Kopien von Schriften im Skriptorium anzufertigen.
Das wirklich Besondere hierbei: Jeder im Kloster hatte 1 Stunde Freizeit, was im Mittelalter als absoluter Luxus galt.

Stadtleben

Das Leben in der Stadt war das wohl begehrteste Leben, das angestrebt worden ist. Entweder wurde man innerhalb der Stadtmauern geboren oder man heiratete dort einen wohlhabenden Kaufmann um selbst ein trügerisch sicheres Leben zu führen.
Es gab strenge Hierarchien, die sich vor allem am Wohnort bemerkbar machten. Je näher man am Stadtkern lebte, desto reicher war man. So lebten nur die ärmsten an den Stadtmauern und dazu in ständiger Angst vor einem Angriff. Zudem konnten hier Berufe erlernt werden, was einem selbst auch ein Auskommen sichern konnte. Es war zudem möglich in diesem Aufzusteigen und sich sein Ansehen zu erarbeiten, also innerhalb der Hierarchie aufzusteigen, was allerdings nur Wenige wirklich schafften, denn oft waren die Berufszweige sehr reich an Intrigen.
Das Leben innerhalb der Stadt war zudem geprägt von hoher Schmutzentwicklung, was einen strengen Geruch nach Abfällen, Körperausdünstungen und Exkrementen hervorrief. Sauber waren nur die wenigsten Straßenzüge und die Märkte ein Sammelsurium an Düften, Gestank, Lautstärke und Dreck. Sie galten als Zentrum der sozialen Welt und somit fand sich hier der Tratsch auch am ehesten, ebenso wie auch die öffentlichen Hinrichtungen, die jedes Mal eine Bespaßung für das Volk waren. Doch sie zeigten diesem zugleich auch seinen Platz und hielten sie im Zaum, galten sie doch als Mahnmal für folgende Taten, die verübt werden könnten.
Dies war dann auch immer der Grund einen Jahrmarkt abzuhalten, denn meist waren Hinrichtungen der Aufhänger für ebendiesen. Sie sollten das Volk in Zeiten der Not bei der Stange halten, damit es nicht aufbegehrte, denn es brodelte ständig und Frieden gab es praktisch kaum.
Da auch hier der Tagesablauf von der Arbeit bestimmt worden ist, galt es als üblich, den Sonntag über diese ruhen zu lassen und sich sozusagen als Freizeit der Kirche zu widmen. Ein Kirchgang war sozusagen Pflicht und wer kein Aufsehen erregen wollte, ging jeden Sonntag hierher. Erst danach wurden Gasthäuser besucht um dem Bier oder Wein zuzusprechen oder eben auch Bordelle um die Freuden der Fleischeslust zu genießen. Dort wurde zudem auch oft dem Glücksspiel gefrönt, was nicht selten zu hohen Familienschulden führen könnte.

Ritterleben

Da sich das mittelalterliche Leben zu ca. 90% aus dem Landleben zusammensetzte, lebten auch die Ritter auf dem Lande um dies zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die Abgaben auch wie gefordert stimmten bzw. diese, wenn nötig zu erhöhen. Außerdem wurde von diesen erwartet, auf den Burgen zu verweilen, sollte Krieg herrschen, was wirklich recht oft vorkam.
So gesehen waren die Ritter neben den Edelleuten die wichtigsten Persönlichkeiten im mittelalterlichen Leben, sorgten sie doch für Sicherheit und die Nahrungsverteilung innerhalb der Bevölkerung. Dabei war allerdings nicht immer gegeben, dass dies gerecht zuging, denn auch hier galt:
Wer Geld hat, bekam mehr!
Dennoch fanden aufgrund der Erntezeit, die meisten kriegerischen Handlungen erst nach der Ernte statt, nur so war die Versorgung gewährleistet. Erst danach wurde zur Jagd gerufen und somit das angenehme mit dem nützlichen verbunden, denn auch ein Ritter wollte königlich speisen.
Stand nicht gerade ein Krieg oder die Ernte an, so vertrieb der Ritter sich die Zeit mit Waffenübungen und strategischen Überlegungen, damit er immer auf dem laufenden blieb und zudem schon eine mögliche kriegerische Handlung mit seinem Wissen ebenso einfallsreich wie der Gegner beantworten konnte. Turniere jedoch, wurden eher als vorzeitiges Kräftemessen angesehen und die Ritter durch deren übergestellte Edelleute eher vorgeführt bzw. deren Kräfte zur Schau gestellt, was den Adel sichtlich erfreute, gab es doch ein Fest, zu dem dieser seine neue Kleidung ausführen konnte.
Dabei trug natürlich auch die Rüstung Schaden davon. So musste dann der Ritter selbst dafür aufkommen um diese reparieren zu lassen und die Preise waren nicht gerade niedrig.
Die Abende jedoch hatte ein Ritter meist für sich und so gab es sehr oft Glücksspiel, Besuch von Huren und kleinere Feste, zu denen Adel und einige Bauern geladen wurden, immerhin musste hier gezeigt werden, dass der Lehnsherr (der der Ritter zumeist war) auch ein guter Lehnsherr war und die Bauern mit diesem zufrieden zu sein hatten.

Landleben

Die Bauern, die im Mittelalter zur wichtigsten Bevölkerungsgruppe zählten, füllten das Landleben aus und waren die Versorger von allen, weshalb diese auch reich gesät waren. Doch ihr Ansehen niedrig, ihre Kleidung einfach und ihre Häuser arm. Sie kamen geradeso über die Runden, arbeiteten hart und hatten ständige Angst, den Winter nicht zu überleben, weswegen im Sommer umso härter gearbeitet worden ist, denn nur eine reiche Ernte half ihnen weiter.
Die Häuser waren so einfach gestaltet, dass dort nur wenige Räume zur Verfügung standen. Hygiene war praktisch nicht vorhanden (eine Schüssel kaltes Wasser und ein Tuch zum dürftigen trocknen) und ein Abtritt war meist für mehrere Familien gedacht. Das Leben musste zweckmäßig sein, denn sie lebten für die Arbeit, hatten keinerlei bis wenig Freizeit und am wenigsten Grund zu lachen. So starben die Bauern eigentlich ziemlich früh, denn nicht jeder hielt die harte Arbeit lange durch.
Frauen mussten hierbei sogar doppelt do hart arbeiten wie ihre Männer, hatten sie schließlich auch neben der Feldarbeit auch die Familie und den Garten zu versorgen. Selbst die Eheschließung war selten der Liebe willens, sondern eher dem Ansehen der jeweiligen Familien behilflich. Töchter wurden versprochen um den eigenen Reichtum zu mehren bzw. bei den Bauern eher eine Art ökonomischen Reichtum zu schaffen. Immerhin brachte die Braut eine Mitgift mit in die Ehe ein, die wirklich begehrt war.
Nahrung diente nur dazu, Kraft zu spenden, war selten geschmackvoll oder reich an Gewürzen und zudem von der eigenen Ernte abhängig. Wein jedoch wurde gern getrunken, allerdings immer mit Wasser verdünnt gereicht, dies jedoch war abhängig von der Region. Sonst wurde Wasser oder Molke gereicht und nicht selten auch selbstgebrautes Bier.
Nicht selten standen Bauernhäuser in einer Dorfgemeinschaft, die immer eingeschworen war und die einen starken Zusammenhalt hatte. Jeder kannte jeden und Tratsch war an der Tagesordnung, was einen dazu veranlasste, so zu leben, dass es wenig zu reden gab. Aus diesem Grund musste auch jeder gehorchen, ob er nun wollte oder nicht.


So, ich hoffe ich konnte euch ein wenig aufklären, dennoch war es sehr schwer, alles so gut zusammen zu fassen, denn das Mittelalter gibt wirklich sehr viel an Informationen her. Aber dennoch müsst ihr wirklich genau lesen, denn nur so könnt ihr die Gewinnspielfrage beantworten.

***


Denkt daran, es wird auch einen Satz geben, den ihr zusammensetzen müsst, also auch hier den Beitrag deswegen ganz genau lesen.
So ich hoffe ihr habt ganz genau gelesen und könnt somit meine Gewinnspielfrage beantworten.

Welche Bevölkerungsgruppe hatte den größten Luxus bezüglich der Freizeit?


Gewinnspielregeln:
✩ Seid über 18 Jahre alt oder habt die Erlaubnis eurer Eltern.
✩ Habt euren Wohnsitz in Deutschland. (für Print)
✩ Nach Ablauf des Gewinnspiels können wir euch im Falle des Gewinns eine Email senden. Hierfür müsst ihr uns eure E-Mail hinterlassen.
✩ Wir übernehmen keine Haftung und es gibt keinen Ersatz falls das Paket verloren geht.
✩ Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt.
✩ Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
✩ Das Gewinnspiel endet am 22.11.2015. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt schnellstmöglich per Mail.


Morgen geht es weiter bei Jessi der Zeilenträumerin

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    und vielen Dank für den Einblick ins Mittelalterleben. Ich lese gern historische Romane, die natürlich oft das Mittelalter betreffen.
    Dieb"Bewohner" eines Klosters hatten eine Stunde Freizeit, ein absoluer Luxus in dieser Zeit.

    LG Bettina
    bettinahertz66@googlemail.com

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  2. Guten Morgen,
    und vielen Dank für den Einblick ins Mittelalterleben. Ich lese gern historische Romane, die natürlich oft das Mittelalter betreffen.
    Dieb"Bewohner" eines Klosters hatten eine Stunde Freizeit, ein absoluer Luxus in dieser Zeit.

    LG Bettina
    bettinahertz66@googlemail.com

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  3. Hallo,

    ein toller Beitrag zum Mittelalterleben. Er hat mir sehr gut gefallen.
    Die Bewohner im Kloster hatten 1 Stunde Freizeit, was im Mittelalter als absoluter Luxus galt.

    Gruß
    Monika B.
    lesetrine@gmx.de

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  4. Hallo,
    toller Einblick ich liebe historische Geschichten und Romane!
    Die Antwort auf deine Frage lautet: Die Bewohner im Klostert.

    liebe Grüße
    Carla
    (Cullen.familie@gmail.com)

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