Dienstag, 8. September 2015

Autoren-Interview mit Liane Mars

So meine Lieben Stöberkisten Durchsucher, heute (08.09.2015) durfte ich eine wirklich tolle Autorin interviewen und wir haben wirklich sehr lange gequasselt. Dabei ist das hier entstanden.

Viel Spaß beim Lesen.


Das Interview 


Hallo liebe Liane, schön das du es hier auf meine imaginäre Couch der Stöberkiste geschafft hast. Setz dich und fühl dich wie zu Haus. Tee, Kaffee und Kekse hab ich auch da.

Vielen Dank, liebe Laura. Schön gemütlich hast du es hier ... und Schokokekse hast du. Die liebe ich ... und Kaffee gibt es auch? Gerne schwarz, ohne Zucker und Milch.

Kommt sofort und vielen Dank für dein Lob zur Einrichtung. Aber stell dich doch bitte einmal den Lesern meines Blogs vor, die kennen dich ja noch gar nicht.

Die Kurzform? Ich bin Liane, 31 Jahre, verheiratet, keine Kinder, aber zwei Wellensittiche. Ich lese unfassbar gerne und ziemlich viel, alles durcheinander. Am liebsten mag ich aber Fantasy. In dem Genre schreibe ich auch. Mein erstes Buch ist im April im Bookshouse Verlag erschienen, Ende des Jahres kommt der zweite Teil. Und schreiben ... mag ich fast noch lieber als lesen. Da kann ich nämlich bestimmen, wie es ausgeht.

Da du gern Fantasy liest, gibt es eine persönliche Empfehlung von dir? Ausgenommen natürlich deine Bücher.

Ich liebe Jennifer Wolf. Ihr Buch "Morgentau" war der absolute Knaller. Sie hat jetzt einen zweiten Teil rausgebracht, aber dazu bin ich noch nicht gekommen. Ich habe nämlich tatsächlich keinen SUB. Lese ich ein Buch, lese ich es erst zu Ende, bevor ich ein neues anfange. Gerade lese ich Maze Runner.

"Morgentau" hab ich auch gelesen und es war wirklich ein wundervolles Buch, die Empfehlung unterstütze ich definitiv.

Dann muss ich wohl mal stöbern, was du dazu als Rezi geschrieben hast ;)

Gern, da kannst du ja schonmal schauen wie meine Rezis so aussehen. Aber da hab ich direkt noch eine Frage an dich: Wie sehr ärgerst du dich bei Rezis, die, deiner Meinung nach, dem Buch so gar nicht gerecht werden?

Solange sie gut begründet ist, ist eigentlich jede Rezension eine gute Rezension. Es ist nun mal die Meinung des Rezensenten. Ich hatte zum Glück noch keinen richtigen Verriss bei meinen Büchern, halte aber jedes Mal die Luft an, sobald ich sehe, da hat jemand rezensiert. Bei der Lovelybooks-Leserunde zum Beispiel gab es schon Kritik und Anregungen, das fand ich eher spannend. Der Leser liest ja ganz anders, geht anders an die Geschichte heran als der Schreiberling. Und wenn ich als Leser einen Verriss sehe und den blöd finde? Ich diskutiere nicht (ist halt seine Meinung) und schreib stattdessen meine eigene Rezension dazu.

Das ist ja ne tolle Einstellung, die sich einige Autoren verinnerlichen sollten. Aber jetzt kommen wir endlich zu deinen Büchern. Wie hast du dich beim schreiben deines Erstlings gefühlt bzw. wie kam es zur Entstehung?

Ehrlich gesagt ist "Das Band der Magie" mein ... Moment, muss kurz durchzählen ... 1, 2, 3 ... mein viertes Buch, das ich zu Ende getippt habe. Es ist nur halt das erste Buch, das ich wirklich ganz gezielt einem Verlag angeboten habe. Die ersten drei habe ich in meiner Schulzeit und während des Studiums geschrieben, immer mal so zwischendurch über Jahre hinweg. "Das Band der Magie" war das erste Buch, das ich geplottet habe - sonst habe ich eher drauf los geschrieben. Und als mir dieser spezielle Dreh am Ende eingefallen war, da bin ich ganz kribbelig geworden und musste unbedingt schreiben, schreiben, schreiben. Da war es ganz schön nervig, dass ich immer wieder zur Arbeit musste und mein Mann ja auch mal beachtet werden wollte. Ich war da etwas im Schreibwahn, drei Monate lang. Und dann ... dann kam ich zum Ende und wurde immer trauriger und langsamer, denn ich wollte nicht von Aeri Abschied nehmen. Das war eine ganze neue Erfahrung und deshalb ist es auch das Buch, das ich weggeschickt habe - mit dem festen Willen, es auch anderen als meinem Mann zu präsentieren. Das hat ja auch geklappt. Aber so einen Schreibwahn wie damals, den habe ich nie wieder gehabt.

Das klingt nicht nur nach einem grandiosen Buch, sondern auch nach einem, das dir besonders am Herzen liegt. Wird es da noch einen Band geben, oder bleibt das erst mal so stehen?

"Aeri - Das Band der Magie" sollte eigentlich ein Einzelband sein. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, jeder Handlungsstrang findet ein Ende. Aber der Verlag wollte gerne eine Trilogie aus der Grundidee machen, da die Welt, in der Aeri lebt, noch viel Platz bot. Im zweiten Teil erzählt Liah ihre Geschichte, in Teil drei Fairy. Eine Freundin von mir musste Liahs Geschichte lesen, ohne Teil eins zu kennen - um zu testen, ob man das Buch auch so versteht. Sie kam gut klar, merkte jedoch an: "Also diese Geschichte mit dem verrückten Wolf ... die würde mich ziemlich interessieren." Sie wusste damals nicht, dass Aeri in Teil 1 auf genau diesen Wolf trifft. Ziel erreicht, würde ich sagen. Und so musste ich doch nicht ganz Abschied nehmen von Aeri. Sie kommt auch in Teil 2 vor, aber nicht als Hauptperson. Einen Verbindungsstrang gibt es aber: "Das Band der Magie" eben. Hm ... das klingt jetzt irgendwie komplizierter, als es ist.

Das finde ich eine gute Idee und ich werde dafür sorgen, das alle drei Bände einen Platz in meinem Regal finden. Aber ich hab beim Stöbern natürlich noch mehr gefunden. Du hast ja noch mehr geschrieben. "Der Gesang des Sturms" hat so ein mittelalterlich angehauchtes Cover, das mir stark nach High Fantasy aussieht. Stimmt das?

Das ist tatsächlich richtig. Magie gibt es nicht, dafür aber eine mittelalterliche Welt, viele Völker und eine richtig dramatische Liebe. Ich habe die Geschichte angefangen, da war ich etwa 16 Jahre alt. Beendet habe ich das Projekt erst jetzt - es war eines der zwar fertigen, aber unveröffentlichten Geschichten auf meinem Computer. Nummer drei, um genau zu sein. Nummer eins wird allerdings niemals jemand zu sehen bekommen.

Oh warum denn das bzw. ist es eins dieser Werke, das nur dir persönlich gehören soll?

Es handelt von meinem Kuscheltierpferdchen Samurai mit dem ich viele, viele Abenteuer erlebe. Die Geschichte ist handgeschrieben, aber fast hundert Seiten dick. Das kann eh niemand entziffern, aber wann immer ich traurig bin, hole ich mir das alte Manuskript und blättere darin herum. Es ist abgefahren, voller Rechtschreib- und Logikfehler, aber irgendwie einfach schön. Zum Glück habe ich es aufbewahrt und irgendwann mal eingescannt - zur Sicherheit.
Die Kuscheltiergeschichte habe ich übrigens mit sieben geschrieben. Früh übt sich, sagt man ja so schön.

Das eigene Trösterlein zu schreiben tut immer gut, das kenne ich selbst von mir.
Aber um noch einmal Auf deine Dilogie zurück zu kommen. Woher hast du die Idee dazu genommen?

Die Geschichte habe ich nach und nach erfunden. Ausgangspunkt war dieser völlig verrückte König und ein Typ, der unter ihm leiden muss - und den ich ehrlich gesagt schon damals ziemlich heiß fand. Ich wusste, wie der Anfang sein sollte und kannte das Ende. Alles dazwischen ist mit den Jahren dazugekommen. Ich habe viel gestrichen, viel neu geschrieben - und irgendwann war Siranys Geschichte fertig. Mein Mann (damals war er noch mein Freund) wollte unbedingt, dass ich die Geschichte veröffentliche, aber so richtig klappte das nicht und ich habe "Das Band der Magie" geschrieben. Als ich dann das Coverbild entdeckt habe, war klar: Okay, ich veröffentliche diese Geschichte jetzt doch noch - im Selfpublishing.

Das ist ja wirklich mal eine beeindruckende Geschichte hinter dem Buch. Aber woher kam die Entscheidung das im Selfpublishing herauszubringen? Es hätte ja auch ebenso gut auch über den Verlag erscheinen können.

Ich hatte das Buch vor Jahren mal Verlagen angeboten - natürlich den richtig großen. Wenn schon, dann auch richtig ;) Was soll ich sagen? Keiner wollte es. Klar, hätte ich jetzt Jahre später noch mal einen zweiten Anlauf machen können, aber ich hatte jetzt einfach Lust darauf, mein eigenes Ding zu machen. Eigenes Cover erstellen, eigenen Klappentext, alles selbst machen. Es hat viel Spaß gemacht ... aber die nächste Geschichte geht dann doch wieder an einen Verlag. Das war mir alles zu Nervenzerfetzend.

Also nur ein kleiner Ausflug und bei den kommenden Projekten dann wieder der übliche Weg, was mich zu der Frage bringt, wie viel wir noch von dir lesen werden dürfen.

Also jetzt kommt erst mal Teil 2 von "Das Band der Magie". Das Manuskript liegt gerade beim Lektor. Teil 3 habe fertig geschrieben, der geht jetzt zu den Testlesern. Und damit ich nicht Schreibfaul werde, tippe ich derzeit einen Liebesroman in der heutigen Zeit. Der spielt hier bei mir in der Gegend. Mal gucken, wo das Manuskript dann letztlich landet. Am Liebsten wäre mir natürlich, wenn das Buch irgendwann mal in eurem Bücherregal stehen könnte, aber das ist noch Zukunftsmusik. ;)

Auf jeden Fall wird die nicht langweilig beim Schreiben, das ist schonmal toll. Eine abschließende Frage gibt es jedoch noch: Was würdest du den Lesern meines Blogs noch gerne sagen?

Lest, was ihr liebt - und lasst euch nicht sagen, dass es albern ist, was ihr lest. Solange ihr glücklich seid beim Lesen, ist das das beste Kompliment für jeden Autor. Jetzt lehne ich mich allerdings zurück, beiße in diesen verführerischen Schokokeks und umarme Laura ganz fest. Danke für das Interview und eure Zeit! Und ... viel Spaß beim Lesen!

Und ich bedanke mich auch für dieses ganz tolle Interview, wir finden bestimmt noch mehr Gelegenheit dazu miteinander zu quasseln. Und vielleicht springt dabei sogar noch ein zweites Interview heraus, wenn du dazu mal wieder Lust hast und deine nächsten 15 Bücher geschrieben hast. Aber jetzt wünsche ich dir einen wunderschönen Schreib- oder Leseabend.

Danke! Dir auch!

Dankeschön.
 



Was ihr nicht verpassen solltet:




Und mit einem grandiosen Wellensittich-Selfie endet dieses tolle Interview

Kommentare:

  1. Liebe Laura, liebe Liane,

    ein ganz tolles Interview habt ihr da geführt! Es hat Spaß gemacht,es zu lesen und jetzt gleich werde ich erstmal die Bücher von Liane auf meine Wunschliste setzen :)

    Liebe Grüße

    Andrea

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    1. Danke für dein Kommi, das Interview war wirklich total toll und das hab ich Liane zu verdanken, denn sie war eine super Gesprächspartnerin gewesen <3

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