Freitag, 6. März 2015

Rezi - Want to be a Dominant Girl von Jana Feuerbach

Inhalt:
Seit Jahren unterdrückt Mica ihre sexuell-dominante Veranlagung. Sie wagt nicht, den Mann ihrer Träume selbstbewusst und lustvoll zu beherrschen. Bei ihrem nächsten Freund will sie stattdessen sanft und anschmiegsam werden wie eine normale Frau. Doch ihre wilde Seite lässt sich nicht unterdrücken. Als Mica den attraktiven Timo kennenlernt, verirrt sie sich in einem Labyrinth aus scheinbarer Normalität und der erotischen Suche nach sich selbst.

Informationen zum Buch:
Broschiert: 289 Seiten
Verlag: bookshouse (15. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9963524214
ISBN-13: 978-9963524211
Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2,7 x 19 cm

Meine Meinung:
Zunächst einmal muss ich sagen: Dies ist mein allererstes Buch aus dem Erotik-Genre! Dafür hat es mir sehr überrascht, natürlich im positiven Sinne. Die Figuren waren alle sehr gut ausgearbeitet und meiner Meinung nach auch besonders echt in den Gefühlen, die sie innerhalb des Romans entwickelt hatten. Hauptsächlich ging es in dem Roman um die junge Mica. Sie ist Studentin und voller Ängste und Zwänge, was nur ein klein wenig nervig wurde, aber es gehörte zu ihr(ja ich erkenne mich darin auch selbst wieder). Eigentlich fehlte es ihr nur an Selbstbewusstsein, deswegen hatte sie diese, oft übertriebenen, Zwänge.
Das Buch beginnt eigentlich kurz nachdem mit ihr und ihrem Freund Jason Schluss war, was sie in einen Abgrund gezogen hat, den nicht einmal sie selbst erkannt hat. Aber da sie eine Kämpferin ist, wollte sie sich unbedingt von ihm lösen, was jedoch nur bedingt funktioniert hat, aber genau das machte sie für mich sympathisch, denn jeder kennt diese Situation. Mit dem Freund ist Schluss und man trauert um die gemeinsame Zeit, die nun vorbei ist. Wenn man denjenigen noch liebt obwohl Schluss ist, fühlt man sich noch schlechter. Genau das beschreibt Mica sehr gut, wie ich finde.
Allerdings helfen ihr die wöchentlichen Go-Abende sehr, sich mit etwas anderem zu beschäftigen und dadurch trifft sie auch auf Bernd, der sie auch direkt zu einem Date lädt. Sie sagt zu und sie kommen zusammen. Zufrieden ist sie jedoch nie so wirklich. Allerdings möchte sie es nicht wahrhaben.
Wie es weitergeht müsst ihr jetzt allerdings selbst nachlesen, denn sonst würde ich euch spoilern.
Aber ich muss sagen, dass die Autorin hier super Formulierungen hat. Ich wollte am liebsten träumen während ich gelesen habe, vor allem in den Passagen, in denen Mica Go spielt kam es super herüber. Da kann man besonders gut erkennen, dass die Autorin nicht einfach nur irgendetwas dahergeschrieben hat, sondern, dass diese sich genau mit allen Themen auseinander gesetzt hat.
Allerdings muss ich zugeben, dass Titel und Cover(obwohl mich das Cover sehr anspricht und ja es ruft Kopfkino hervor) so gar nicht zu dem passen, was ich gelesen habe. Mica wollte ja nicht zu einer Domse werden….(nein ich spoiler nicht :D ). Es beschreibst jedoch auch nicht Mica´s Weg zu einer solchen, nein es beschreibt viel mehr eine Frau, die ihr Selbstvertrauen durch Dinge zu finden beginnt, die sie selbst als ‚braves‘ Mädchen für unglaublich böse gehalten hat, weil es eben nicht der heutigen Norm entspricht.
Bei den Figuren muss ich sagen, dass mir Jennifer ganz besonders ans Herz gewachsen ist. Sie wird als besonders elfengleich und traumhaft beschrieben, doch ihr Wesen ist ungleich komplexer. Leider erfährt man nicht so viel über sie(zumindest nicht in diesem Buch).
Bernd, den neuen Freund von Mica, mochte ich vom ersten Moment an überhaupt nicht, denn er ist einer von der Sorte, die gern über alles und jeden bestimmen möchten. Ein echter Manager-Typ eben. Also so gar nicht mein Fall. Was Mica an ihm gefunden hat, ist mir bis jetzt wirklich schleierhaft, denn die beiden passen absolut nicht zueinander.
Jason jedoch passt zu Mica, zumindest irgendwie, auch wenn ich ihn nicht wirklich ins Herz schließen konnte. Dafür war er mir eindeutig zu kalt. Aber Mica liebt ihn, was ihn zumindest ein wenig zugänglicher macht.
Timo dafür ist eine besonders tolle Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Er strahlt eine Wärme aus, die seinesgleichen sucht und mich hätte er jedes Mal sofort um den kleinen Finger wickeln können. Für mich definitiv ein Mann, mit dem ich es mir hätte vorstellen können, in eine Beziehung zu gehen, wäre er keine Romanfigur.
So jetzt aber zum Go-Spiel. Man liest sehr früh davon und als ich es zum ersten Mal las, musste ich natürlich sofort danach Googeln. Hierbei handelt es sich um ein asiatisches Brettspiel, wo schwarze gegen weiße Spielsteine gelegt werden. Es ist ein Spiel, bei dem man sehr viel grübeln muss, zudem hilft es sehr dabei, strategisches Denken zu üben. Was wiederum bei vielen Jobs hilfreich ist. Lange Rede kurzer Sinn: Ich musste es unbedingt ausprobieren. Also habe ich mir eine App für mein Handy geladen und seitdem bin ich süchtig danach. Ich habe sogar bei KGS bereits Teaching-Partien dazu gehabt, natürlich hab ich verloren, aber hey, ich lerne ja noch. Probiert es ruhig mal aus, denn ich kann das Spiel sehr empfehlen.
Jetzt hab ich schon so viel darüber geschrieben, dass ihr euch sicherlich zu fragen beginnt: Wie findet sie denn nun eigentlich das Buch? Keine Sorge, ihr müsst nicht mehr warten, denn ich wollte jetzt schreiben wie ich bewerte und warum gerade so, also *räusper*
Ich vergebe sehr gute 9 Stöberkisten für dieses Buch. Warum? Mica war zum Teil recht anstrengend, aber dennoch waren alle Figuren authentisch und recht nah am normalen Leben. Keiner war wirklich dieser Über-Perfekte Mensch, wie man es aus anderen Romanen kennt. Genau dies mochte ich ganz besonders. Außerdem kann ich hierfür nur eine Empfehlung aussprechen, denn es liest sich sehr gut.
Hier wurden auch mal die Rollen getauscht, sodass auch wir Frauen mal die Peitsche in die Hand nehmen dürfen und nicht nur Mr. Grey *hust* aber ich kann euch das Buch wirklich nur empfehlen.

Tipp:
Wenn ihr gern mehr über Jennifer erfahren möchtet, dann solltet ihr „Tanzen heißt Hingabe“ lesen, denn dort geht es um ihre Geschichte. Es ist jedoch nicht in der Ich-Form geschrieben worden, sondern aus der Beobachter-Perspektive.

Kommentare:

  1. Danke für die tolle Rezension :). Das wirft mich wieder richtig zurück in Micas Kopf. Sie ist meine erste Romanheldin, und das erste Mal vergisst man nie ...

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    1. Ich würde sehr gern wissen wie es mit Mica nun weitergeht, jetzt nachdem sie weiß, dass sie Domme ist :)

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