Donnerstag, 22. Januar 2015

Rezi - Exkarnation: Krieg der alten Seelen von Markus Heitz

Inhalt:
"Mein Name ist, nein, war Claire.
Mein neues Leben begann an dem Tag, als ich ermordet wurde."
Ein Wagen rast unvermittelt auf sie zu und überrollt sie. Claire stirbt an Ort und Stelle, obwohl sie ihrem Mann noch helfen wollte, der vor ihren Augen bei einem ­Überfall erschossen wird – doch ihre Seele verlässt die Erde nicht. Beherrscht von dem Wunsch, den Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, fährt sie in den Leib der Selbstmörderin Lene von Bechstein. Doch Lenes ­Körper war eigentlich für jemand anderen vorgesehen, und Claire gerät mitten hinein in einen uralten Krieg.

Informationen zum Buch:
Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516233
ISBN-13: 978-3426516232
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 4,2 x 21,2 cm

Meine Meinung:
In diesem Buch kehren gleich zwei alte Bekannte zurück: Erik und Sia. Allerdings treffen wir auch auf ganz neue Figuren. Darunter auch Claire. Claire hat eigentlich alles was sie sich wünscht. Ihr erträumtes irisches Pub. Ihren geliebten Ehemann Finn und ihre gemeinsame Tochter, die sie über alle Maßen liebt. Aber als ihr Mann überfallen wird und sie ihn retten möchte, wird sie auf brutalste Weise überfahren. Frontal rammt sie ein Wagen ohne zu zögern. Claire stirbt noch am Unfallort, doch ihre Seele bleibt dort. Wünscht sich nichts sehnlicher als Rache. So folgt sie einem nur für Seelen hörbaren Ruf und wacht in einem Krankenwagen wieder auf. Als Lene von Bechstein. Dennoch sieht sie sich nun erneut dem Tod vor Augen, da sie nicht die erwartete Seele Anastasia ist und so muss sie fliehen. Dabei läuft sie jedoch einer weiteren Macht entgegen, die erbittert geben Anastasia zu kämpfen bereit ist. Bereit sich Claire´s Seele zu entledigen, sollte sie Schwierigkeiten machen. Kann sie ihnen wirklich vertrauen? Sagen sie wirklich die Wahrheit?
Ein gnadenloses Spiel beginnt…

Markus Heitz hat mit diesem Buch definitiv ein neues und vor allem dunkles Kapitel der Unsterblichkeit eröffnet. Durch langwierige Recherchen wird alles plausibel genug erklärt, das selbst ich mich zu fragen begann, ob es nicht wirklich so sein könnte. In seiner sowohl spannenden, als auch sarkastischen Erzählweise, lässt sich jedoch auch eine Kriegserklärung an die Religionen dieser Welt herauslesen. Denn mit diesen geht der Autor hier, trotz fiktionaler Geschichte, recht hart ins Gericht. Berechtigte Fragen, die sich auch jeder stellen sollte und auch wenn er glaubt, sollte er ebendies hinterfragen. Aber macht euch einfach selbst ein Bild davon.

Ich finde die Vorstellung der wandernden Seelen sehr gelungen, denn dadurch, das wir alle Déjà-vu Erlebnisse haben, scheint es plausibel das unsere Seelen alle wandern. Markus hat hier definitiv recht, dass die Seele keine Religion benötigt.

Was hat mir hier besonders gefallen? Das lässt sich gerade nicht genau sagen, ich fand die Geschichte sehr stimmig. Hatte einen Lesefluss, der nicht durch unstimmige Passagen unterbrochen worden ist und vor allem finde ich die Wahl der Schauplätze sehr ansprechend. Achja doch, eine Sache gibt es, die ich besonders erwähnenswert finde: Die Kapitel. Ein jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, dass ganz besonders gut zum Thema „Seelen“ passt. Das muss eine unheimliche Arbeit gewesen sein, dass alles aufzulisten. Trotzdem wunderbar gelungen und vor allem traumhaft gewählt.

Was mir hier nicht gefallen hat? Ganz klar der Anfang, denn ich habe mich hier bei den ersten ca 50 Seiten ständig gefragt ob ich etwas verpasst habe, weil ich reingekommen bin als würde ich über Kopfsteinpflaster fahren. Was bei mir eine leichte bis enorme Verwirrung ausgelöst hat.

Aus diesem Grund vergebe ich hier auch nur 9 Stöberkisten. Das Buch hat mir definitiv gefallen und ich freue mich bereits auf den angekündigten Band 2 und hoffe, dass auch dort der Beginn nicht so holprig vonstattengehen wird. Super Lektüre für Fans und welche, die es werden sollen. Ich rate dennoch dazu, mindestens „Kinder des Judas“ oder „Ritus“ und „Sanctum“ davor zu lesen.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen