Dienstag, 20. Januar 2015

Autoreninterview mit Michelle Parker

Am Dienstag den 20.01.2015 war wieder eine ganz liebe Autorin bei mir auf der imaginären Quassel-Couch der Stöberkiste. Worüber wir uns da unterhalten haben, könnt ihr hier genauer nachlesen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

Das Interview



Hallo liebe Michelle, ich wünsche dir einen wunderschönen Guten Abend. Nimm doch bitte auf unserer imaginären Sitzecke von "Stöberkste - buchtastische Welten" Platz. Wie geht es dir?

Guten Abend liebe Laura. Das ist aber wirklich ein gemütliches Plätzchen hier! Nach dem ganzen Stress der Feiertage bin ich froh, dass jetzt wieder ein bisschen Ruhe in mein Leben eingekehrt ist. Wobei ich nach der Arbeit auch immer froh bin, wenn ich dann endlich auf der Couch sitze. Allerdings fiebere ich schon sehnsüchtig meinem nächsten Urlaub im April entgegen und hoffe, dass ich dann mehr Erholung und Entspannung finde.

Wo geht´s denn hin? Jetzt bin ich neugierig.

So ein konkretes Ziel habe ich noch gar nicht, aber die Möglichkeiten sind vielfältig. Vielleicht werde ich einen guten Freund in Darmstadt besuchen oder ein Wochenende nach Hamburg oder Berlin fahren, um mir ein Musical anzusehen. Ein Trip nach Tropical Island (in der Nähe von Berlin) steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.

Klingt nach Entspannung und sehr viel Motivation für neue Ideen. Aber nun erzähl uns doch mal ein bisschen von dir. Meine Leser sind bestimmt neugierig auf dich.

Oh je, wo fange ich denn da am besten an? Vielleicht erst einmal ein paar allgemeine Dinge. Ich bin 25 Jahre alt und wohne in einem kleinen, idyllischen Städtchen mitten im Ruhrpott. Hier hause ich alleine, aber sollte ich mir irgendwann mal eine größere Wohnung anschaffen, werde ich mir ein Zwergkaninchen (<3) zulegen. Aufgewachsen bin ich mit einem Zwillingsbruder und einer älteren Halbschwester, die oft für Chaos in meinem Leben gesorgt haben. Vor gut 1 1/2 Jahren habe ich meinen Master of Art in Erziehungswissenschaft erfolgreich abgeschlossen und arbeite seitdem als Erzieherin. Zu meinen Hobbys gehört, neben dem Lesen und Schreiben, auch das Zeichnen, Filme gucken, Freunde treffen und seit neustem versuche ich mich am Nähen. Vor gut einem Jahr habe ich den Bücherstammtisch Ruhrpott ins Leben gerufen, um Leute zu finden, die die Leidenschaft für Bücher mit mir teilen, da mein Freundeskreis da nicht sehr viel Gesprächsbedarf hatte. Meine absolute Lieblingsautorin ist Lynn Raven. Ja, denkst du ich habe etwas vergessen, dass die Leser noch brennend interessiert?

Interessant. Was hat dich bewogen den Stammtisch ins Leben zu rufen?

Ich war an einem Punkt in meinem Leben, wo ich recht unzufrieden war. Dann habe ich überlegt, was mir fehlt und was ich eventuell ändern könnte. Das was mir schon immer viel gegeben hat, war das Lesen und ich dachte: Hey, da muss man doch etwas draus machen können. Ich war überzeugt davon, dass es Gleichgesinnte gibt, die ebenfalls nicht viele lesende Menschen in ihrem Leben haben und an einem Austausch interessiert sind. Durch einen Freund in Berlin wusste ich, dass Stammtische eigentlich zu jeder Thematik existieren. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Buchstammtisch in NRW. Da ich nicht fündig wurde, habe ich das ganze also selbst in die Hand genommen und TADA!

Du sprichst mir gerade total aus der Seele, bis auf die Möglichkeit hier auf Facebook ganz viel über Bücher zu schreiben, kenne ich bisher auch keine andere Möglichkeit. Also definitiv ein Tipp für alle aus NRW. Nur noch kurz: Wann und wo findet der nächste Stammtisch statt?

Also, hier auf Facebook läuft echt eine Menge. Das sieht man ja an deiner Seite - Gewinnspiele, Rezensionen usw. und das ist auch alles super toll! Aber sich gegenüber zu sitzen und gemeinsam über ein Buch zu lachen oder zu streiten ist einfach ein tolles Gefühl, was Facebook für mich nicht ersetzen kann. Zudem besuchen wir gemeinsam ja auch die verschiedensten Veranstaltungen und ich habe unter den Mitgliedern auch gute Freunde gefunden, die für jeden Spaß zu haben sind. Der nächste Stammtisch ist am 07.02 in Bochum und beginnt um 15 Uhr. Alle die Interesse haben sind herzlich eingeladen! Im Übrigen, das ist vielleicht auch interessant zu wissen, war der Stammtisch der Grund dafür, dass ich wieder ans Schreiben gekommen bin, nachdem mein Manuskript viele Jahre einsam und ungeöffnet auf meinem Laptop gelegen hat.

Du greifst meiner Frage gerade vor. Warum lag dein Manuskript so lange einsam und ungeöffnet auf deinem Laptop? Gab es dafür einen bestimmten Grund?

Nein, einen bestimmten Grund dafür gab es nicht. In meinem Leben kamen einfach nur immer wieder Dinge dazwischen, die mich das Schreiben mehr und mehr vergessen ließen. Die Geschichte, von der ich rede, geistert schon seit meinem 16. Lebensjahr in meinem Kopf herum. Damals hatte ich dann meinen ersten Freund und das Schreiben rückte in den Hintergrund. Später habe ich mit 20 noch einmal daran gearbeitet, aber dann kam das Studium. Mein Traum war es schon immer gewesen, diese Geschichte irgendwann einmal zu veröffentlichen. Und wirklich nur diese eine, denn mehr Ideen gab es in meinem Kopf nicht. Leider glaubte ich irgendwann nicht mehr daran, dass das möglich war. Die Verlage sind total überlaufen und die Chance, dass dein Manuskript unter 1000 anderen gefällt, ist leider nicht sehr groß. Aber beim ersten Bücherstammtisch lernte ich dann Hannah Siebern kennen - eine Selfpublisherin, die mit ihren Büchern schon sehr erfolgreich ist. Da habe ich realisiert, dass ich nicht unbedingt einen Verlag brauche, um meine Geschichte unter die Leser zu bringen. Das hat mich so motiviert, dass meine Geschichte dann innerhalb von drei Monaten fertig wurde. Tatsächlich möchte ich nun trotzdem mein Glück bei einem Verlag damit versuchen. Mein Plan ist es, es noch in den nächsten Wochen wegzuschicken. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir alle die Daumen drücken würdet! Natürlich habe ich in den letzten Jahren auch andere Texte geschrieben - vor allem Gedichte und ein paar Kurzgeschichten. In Gedichten drücke ich gerne meine Gefühle aus und danach fühle ich mich dann meistens besser, weil ich mich gedanklich viel damit auseinandergesetzt habe. Und ich habe auch ein weiteres Buch geschrieben: Dunkler Engel - Melodie der Nacht. Da ich dies als Selfpublisher veröffentlicht habe, kann man das schon käuflich erwerben. Seltsam, wie das Leben manchmal so spielt. Tatsächlich hängt auch das mit dem Bücherstammtisch zusammen, denn ich habe meine Co-Autorin Beth. St. John, über die "Blogger schenken Lesefreude"-Aktion kennengelernt, auf die ich durch ein Stammtischmitglied aufmerksam wurde. Ohne Beth hätte ich vermutlich niemals eine weitere Geschichte geschrieben und wäre auch nicht mutig genug, meine erste an einen Verlag zu schicken. Aber nun bin ich ganz schön von deiner ursprünglichen Frage abgewichen.

Das macht nichts, es freut mich, das es so informativ ist. Worum geht es denn genau in Dunkler Engel - Melodie der Nacht?

Ich denke auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Inhaltlich geht es um eine ehrgeizige Violinistin, die in ihren luziden Träumen einem attraktiven, fremden Mann begegnet. Die beiden lernen sich näher kennen und erst nach und nach eröffnet sich sein Geheimnis. Tiefgründiger betrachtet würde ich sagen, dass es auch viel um Verluste, Hoffnungen, Entscheidungen und Zukunftsträume geht. Die Protagonisten haben es beide nicht immer einfach und so manches Mal hat es mir in der Seele wehgetan, eine Textstelle zu schreiben, weil ich das Leid mit ihnen empfunden habe.

Ich kann es dir nachfühlen, da ich selbst vor unserem Interview hineingelesen habe und wirklich sehr angenehm überrascht von deiner Art zu schreiben war. Besonders angesprochen hat mich dabei auch das Cover. Ist es so geworden wie du es dir vorgestellt hast oder würdest du ein zwei Dinge daran ändern wollen?

Oh, da sprichst du was an! Tatsächlich war das Cover schon Stoff für einige Diskussionen zwischen mir und Beth. Statistisch gesehen ist es so, dass sich ein bestimmtes Muster beim Buchcover am besten verkauft. Ein Gesicht/Körper im Vordergrund, eine Stadt im Hintergrund, oben der Autorenname und unten der Titel. In jeder größeren Buchhandlung gibt es ein Regal, wo man nur solche Bücher findet. Ich persönlich halte nicht so sehr viel von solchen Covern, denn sie vermitteln für mich keine Individualität, sondern 0815 Geschichten mit immer gleichen Inhalten. Schließlich sehen sie alle gleich aus. Tatsächlich ist das aber genau der Punkt, warum sich die Bücher so gut verkaufen - der Leser weiß immer, dass er genau das bekommt, was er erwartet. Ich wäre aber mit so einem Cover sehr unglücklich gewesen. Für mich sollte das Cover immer das Persönliche der Geschichte ausdrücken. Von daher war ich mehr als froh, als Beth und ich uns auf dieses Bild einigen konnten. Schriftart und -größe, Symbol und Farbe usw. haben wir dann alles gemeinsam abgesprochen. Ich kann also sagen, dass ich rundum zufrieden damit bin. Bisher hat es auch allen Lesern sehr gut gefallen, was natürlich das wichtigste ist. Wie gefällt es dir denn, wenn ich fragen darf?

Ich beeindruckt vom Cover und ehrlich gesagt kaufe ich lieber ein Buch mit einem Cover das hervorsticht, als ein 0815 Cover, wie du schon erwähnt hattest. Aber auch die Geschichte ist interessant gewählt. Warum eine Violinistin?

Ich denke, diese Frage könnte dir Beth viel besser beantworten. Ich habe das Buch ja mit ihr zusammengeschrieben. Eigentlich ist die grobe Geschichte, samt der Charaktere, Beth Kopf entsprungen. Dafür hat sie mir eine grobe Zusammenfassung des roten Fadens geschickt. Meine Aufgabe war es schließlich einen fließenden Text daraus zu machen und ihrer Story das Leben einzuhauchen und sie auszuschmücken. Natürlich hab ich dabei auch ganz viel von mir einfließen lassen und auch Änderungen vorgenommen. Trotzdem kann ich an dieser Stelle nur vermuten, warum Beth eine Violinistin in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt hat. Karolina träumt davon, einmal berühmt zu werden. Sie möchte mit ihrer Musik die Welt bewegen. Es gibt sehr viele bekannte Violinisten in der Realität (David Garret, Lindsay Stirling usw.), aber von einem berühmten Kontrabassspieler oder Trompeter habe ich persönlich noch nie gehört. Gitarre wiederrum hätte zur Grundstimmung der Geschichte einfach nicht gepasst.
Freut mich im Übrigen, dass dir das Cover gefällt!

Wie war es für dich mit einem Co-Autor zu arbeiten?

Ich fand (und finde) es sehr toll! Wir beide ergänzen uns einfach super. Sie kann quasi genau das, was ich nicht kann und umgekehrt. Natürlich will ich nicht sagen, dass wir uns immer sofort einig waren und dementsprechend muss man auch Kompromisse eingehen. Aber man begeistert und motiviert sich auch gegenseitig und lernt eben auch sehr viel.

Das ist toll. Viele sind ja der Meinung, dass ein Co-Autor eher die eigenen Ideen niederdrückt und dazu neigt das Heft in die Hand zu nehmen, als das es hilfreich ist. Daher freut es mich umso mehr, das ihr so gut zusammengefunden habt. Aber jetzt kommen wir leider schon zur letzten meiner vielen Fragen: Gibt es etwas, dass du den Lesern meines Blogs mit auf den Weg geben möchtest?

Ja, ich freue mich auch, dass es so gut klappt! Und natürlich möchte ich mich erst einmal ganz lieb für das tolle Interview bedanken. Ich bin ja ein vollkommener Neuling im Autorengeschäft und es ist wirklich schwer Fuß zu fassen. Von daher bin ich mehr als dankbar, dass du mich mit diesem Interview unterstützt! Ansonsten sprudelt mein Kopf leider nicht voller Weisheiten. *lach* Ohne Arme keine Kekse? Nein. Scherz. Über Besuche unserer Homepage oder meiner Autorenseite würde ich mich natürlich freuen. Und ansonsten kann ich nur sagen: Am Ball bleiben. Es ist nie einfach seine Ziele zu erreichen, aber das wenigste ist wirklich unmöglich. Manchmal lohnt es sich, nicht frühzeitig aufzugeben.

Das werde ich mir direkt notieren. Schade das unsere Zeit schon vorbei ist, ich fand das Interview super informativ. Vielen Dank das du dir Zeit genommen hast. Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Abend und ich hoffe darauf noch viel mehr von dir lesen zu dürfen.

Das wünsche ich dir auch liebe Laura! Und danke nochmal!



Und hier noch ein paar weiterführende Links:





1 Kommentar:

  1. Ich hab das Buch auch gelesen. Da sind Hintergrundinfos natürlich doppelt spannend. Ein wirklich schönes Interview. Hat Spaß gemacht zu lesen! Danke dafür.

    AntwortenLöschen