Mittwoch, 31. Dezember 2014

Rezi - Neva von Sara Grant

Inhalt:
Vor langer Zeit wurde Heimatland durch eine mächtige Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet. Die Regierung beteuert, dass dies zum Schutz der Bürger geschah. Sie weiß, was richtig für die Menschen ist – und erstickt jede Kritik im Keim.
Als Tochter eines Ministers hat Neva bisher ein privilegiertes Leben geführt. Doch nun wird sie 16 und damit volljährig. Die Regierung erwartet von ihr, schnell Kinder zu bekommen, denn Heimatland braucht neue Bürger. Zum ersten Mal ist Neva nicht bereit, widerstandslos zu tun, was man von ihr verlangt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Sanna beschließt sie, sich zu wehren. Doch dabei verliebt sich Neva nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss, sondern bringt sich in tödliche Gefahr: Denn was als harmloser Protest beginnt, wird schnell zu etwas viel Größerem – und Heimatland kennt keine Gnade.

Meine Meinung:
Als ich mit dem Buch begann war ich fasziniert von dem Thema. Ein Land, das vollständig von einer Kuppel umschlossen ist. Welchen Zweck hat es? Wer hat es getan? Warum? Eigentlich genau die Fragen, die sich die junge Neva auch stellt. Wie ich finde, auch ziemlich wichtige Fragen, denn sie stehen hinter allem. Aber dennoch waren es nur die ersten 100 Seiten, die mich wirklich gefesselt haben. Danach wurde es wesentlich schwächer, denn die Geschichte begann einen Lauf zu nehmen, der so eigentlich nicht wirklich nachvollziehbar war. Die Gründe, warum Neva tut was sie eben tut werden beleuchtet, aber nicht wirklich tiefgehend, sondern meist nur eher oberflächlich gehalten. Mir kam es vor, als hätte selbst die Autorin Angst die Fragen, die im Buch gestellt werden, zu beantworten, weil es mit der Lösung wohl schneller zu Ende gehen würde.
Außerdem sind die spannenden Passagen hier, wie ich finde, eher Mangelware, denn auf eine spannende Passage folgen fünf eher Langweiligere. Dabei bietet diese Dystopie so viele Möglichkeiten, sodass es mir wirklich schleierhaft ist, warum die Autorin uns hier mit einer gefühlt eher halbherzigen Vision abspeist. Mir fehlt hier etwas.
Neva ist gut ausgearbeitet, sie ist auch als Protagonistin nicht nervig oder anstrengend. Neva ist stark, sie hat einen Willen, der besonders unzerbrechlich ist. Sie will etwas bewegen, auch wenn sie dadurch in große Gefahren gerät. Für mich ist sie ein besonderer Charakter, der eine stärkere Geschichte benötigt.
Die Liebesgeschichte, die sich hier hereingeschlichen hat, finde ich jedoch eher unnötig, denn sie zieht meiner Meinung nach das Buch mit dem wesentlichen Inhalt eher in die Länge und nimmt zugleich auch die Spannung. Hätte also auch gut weggelassen werden können, aber ist ja wie gesagt nur meine Meinung.
Vom Schreibstil her finde ich es gut, es ist poetisch, besonders in den stärkeren Passagen, doch leider ist es trotzdem auch eher recht holprig. Manchmal hat es sich beim Lesen angefühlt, als ob die Autorin oder die Übersetzerin keinen so richtigen flüssigen Stil haben entwickeln können(oder kommt mir das nur so vor?), was ich persönlich recht enttäuschend finde, denn das Buch ist an sich schon nicht sehr lang. Durch solche Dinge fühlt es sich extra in die Länge gezogen an.
Fazit, ich vergebe hier 5 Stöberkisten, weil es was Leichtes zu lesen für zwischendurch ist. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich komplett überragend. Empfehlen würde ich es auch nur gestandenen Dystopie-Fans oder Leuten, die leichtere Unterhaltung bevorzugt lesen ohne sich großartig Gedanken über das Buch machen zu müssen.


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